In der Bremischen Bürgerschaft, vorne dort auf dem Rednerpodest, wo normalerweise richtige Politik beschlossen wird, standen am Donnerstag keine Erwachsenen. Das Reden und Debattieren überließen sie den acht Jugendlichen. Es wurde der Landesentscheid von „Jugend debattiert“ ausgetragen. Die Qualität der Reden unterschieden sich jedoch  in keinem Maß von denen der Stammbelegschaft.

Aber was ist eigentlich „Jugend debattiert“?  

Es handelt sich um einen Wettbewerb, bei dem Schüler diskutieren. Die Idee dahinter ist, dass Jugendliche ab der 8. Klasse lernen, sich mit Informationen kritisch auseinanderzusetzen, eine eigene Meinung zu bilden und darüber zu diskutieren. Dabei treten immer vier Jugendliche in einer festgelegten Streitfrage gegeneinander an. Zwei Kandidaten beantworten die Streitfrage mit Ja (Pro), zwei vertreten den Gegensatz (Kontra). Jeder stellt in der Einführungsrede seine Position dar und vertritt diese im Mittelteil, der eigentlichen Debatte. Nach 20 Minuten folgt ein individuelles Fazit. Der Wettbewerb beginnt in den Klassen und steigert sich bis zum Bundesfinale über Entscheide und Seminare. 

Auch aus unserer Schule war eine Teilnehmerin dabei. Thessa gehörte zu den vier Finalisten aus der Oberstufe. Nachdem die Entscheidung der beiden Sieger aus der Mittelstufe gefallen war, musste auch sie ans Rednerpult. 

Thessa wirkte ein wenig angespannt und nervös, aber die Freude auf eine interessante und gute Debatte überwog. Der ganze Saal war mit Zuschauern gefüllt, es gab eine Live-Übertragung und auch „buten un binnen“ filmte; was Thessa mehr anspannte als der Wettbewerb selbst. 

„Ich freue mich auf eine gute Debatte. Ich habe mich mit meiner Partnerin Charlott gut besprochen. Das werden wir schon meistern.“  

Die Fragestellung war, ob in Großstädten nur noch Elektroautos zugelassen werden sollten. Thessa vertrat die Pro-Seite. Während der Debatte war es für sie wie immer. Auch an die vielen Menschen würde man sich gewöhnen und sich voll auf die richtigen Argumente konzentrieren, erzählte sie danach. Als die Jury den Raum verließ, wirkte sie erleichtert, aber auch ein wenig gespannt auf das Ergebnis. Verdient hätte es jeder von ihnen gehabt, meinte sie später.

Trotzdem freute sie sich riesig, als nach einer gefühlten Ewigkeit die Entscheidung feststand. Sie hatte den zweiten Platz erreicht und somit geht es jetzt weiter nach Berlin zur Bundesqualifikation. Ein wenig schade war es für die anderen beiden, mit denen sie sich auf den Seminaren angefreundet hatte. Doch die Vorfreude auf weitere Herausforderungen siegte. Als sie den Raum verließ, wurde sie von ihrem Jahrgang erwartet. Sie hatten alle mitgefiebert und freuten sich über ihren Erfolg.  

Die ganze Debatte könnt ihr euch hier ansehen. https://vimeo.com/210752974


Frederike Evering 

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