Wir haben unserer neuen Schulleiterin auf den Zahn gefühlt. Wer ist die Frau, die die Lerche leitet? Was sagt sie zur Sporthalle, Schuluniformen, den Lehrern und ihrem Job?

Addicks-Fitschen

 

Seit Oktober 2015 ist Frau Addicks-Fitschen die neue Oberschuldirektorin der Oberschule Lerchenstraße. Vorher war sie stellvertretende Direktorin des Lernhauses am Campus in Osterholz-Scharmbeck und hat dort festgestellt, dass sie selbst eine Schule leiten möchte, weil es ihr sehr viel Spaß gemacht hat. Da sie ursprünglich aus dem niedersächsischen Schulsystem kommt, freut sie sich sehr darauf, neue Erfahrungen mit den Lehrern und den Schülern zu sammeln.

Frau Addicks-Fitschen betritt die Lerchenstraße meistens gegen 7:30Uhr und verlässt sie dann wieder gegen ungefähr 18:00Uhr, das kommt aber auch darauf an, wie viel sie gerade zu tun hat.

Den Tag über telefoniert sie viel, beantwortet Emails, führt Eltern- oder Schülergespräche, Gespräche an der Behörde, Gespräche mit Kollegen, beobachtet den Unterricht von Kollegen und beurteilt diesen, organisiert die Planung oder gibt Unterricht. Im Moment unterrichtet sie Geschichte und Politik. Früher unterrichte sie auch noch Deutsch als Fremdsprache, Erdkunde, Hauswirtschaft und Wirtschaft.

An der Lerchenstraße gefällt Frau Addicks-Fitschen, dass sie ganz viele tolle und nette Kollegen um sich hat, mit denen sie neue Ideen entwickeln kann. „In dieser Schule ist Bewegung“, sagt sie und freut sich zu entdecken, was möglich ist. Ihr ist es wichtig, authentisch und ehrlich zu sein. Sie versucht ein Gleichgewicht zwischen “Chef sein“ und “Team“, zu halten. Die Kollegen sollen miteinbezogen werden, aber sie muss auch mal zeigen, wo es lang geht und ihre Kollegen führen.

So viel wie möglich soll mit den Kollegen besprochen und geklärt werden und von der Mehrheit bestimmt werden. Regelmäßig sitzt sie mit den Kollegen, wie zum Beispiel Frau Duderstadt (stellvertretende Schulleitung), Frau Ohler (Oberstufenleiterin) und Frau Sattler (Leiterin für das Zentrum für unterstützende Pädagogik) zusammen. „Man kann eine Schule nicht alleine leiten“

Außerdem sollen die Schüler beteiligt werden, Dinge sollten auch mit ihnen besprochen werden und sie sollten alles erklärt bekommen. Wünsche und Ansichten der Schüler sollten respektiert werden.

Sie sieht es als Herausforderung an etwas “Negatives“, zu etwas “Positiven“ umzuwandeln. So ist zum Beispiel auch die Belegung der Turnhalle, durch die Flüchtlinge für sie eine große Herausforderung, da eine Übergangslösung gefunden werden musste. Doch die Herausforderung haben die Kollegen gemeistert und den Sportunterricht in andere Hallen, wie zum Beispiel die Jacobs Universität, verlegt. Für Frau Addicks-Fitschen wäre es nicht infrage gekommen, den Sportunterricht ausfallen zu lassen, da die Lerchenstraße eine sportbetonte Schule ist. „Wir machen normal weiter, wir lassen einen Ausnahmezustand nicht zu“.

Die Turnhalle ist mittlerweile geräumt und wird danach saniert, damit bald wieder Sportunterricht in der schuleigenen Turnhalle stattfinden kann.

Ein Schwerpunkt läge im Moment auf den Schüleraufnahmen der neuen Fünftklässler, da noch Gespräche mit den Kollegen zur Absprache geführt, sowie Vorbereitungen getroffen werden müssen. Ein zweiter Schwerpunkt sei die kommende Einführungsphase, da diese im letzten Jahr ausgefallen ist. Frau Addicks-Fitschen hat das Ganze nur im Nachhinein mitbekommen und dann Zeitungsartikel gelesen und die Kollegen befragt. Sie freut sich sehr, dass es dieses Jahr geklappt hat. Besonders toll fand sie die Vorstellung der Profile der Kollegen bei der Veranstaltung. „Bei der Präsentation der Profile hat man richtig Lust bekommen, bei diesen mitzumachen“.

Sie selbst ist begeistert und freut sich bei der Entwicklung dabei zu sein. Sie hofft, dass die Freude der Tutoren bis zum Ende bestehen bleibt. Sie möchte den Kollegen bei der Verwirklichung der Profile helfen, wo es nur geht, damit sie ihre Ideen weiter verfolgen und durchsetzten können. Außerdem müsse die Unterrichtsqualität und die Medienbildung weiterentwickelt werden. Die Teamarbeit müsse gestärkt werden.

In Zukunft werden mehr Förderkinder mit dem Schwerpunkt „Wahrnehmung und Entwicklung“ an die Schule kommen und deshalb seien bestimmte äußerliche Bedingungen wichtig.

Wenn wir Schüler Wünsche, Bedürfnisse oder Ideen hätten oder etwas verändern wollen würden, dann könnten wir die Möglichkeit der Mitbestimmungsgremien nutzen, um etwas zu bewirken.

Diese Mitbestimmungsgremien sind die Schülervertreter welche berechtigt sind, an der Gesamtkonferenz und Schulkonferenz teilzunehmen. Dort könnten sie Anträge einbringen und Wünsche äußern, vertreten und augmentieren. Natürlich sollten die Argumente überzeugend und verständlich sein, damit die Anträge auch angenommen werden.

„Sich einzubringen ist euer Recht“

„Eine Uniform trägt dazu bei, Identität mit der Schule zu entwickeln und stärkt das Gemeinschaftsbild“, andererseits meint Frau Addicks-Fitschen zum Thema Schuluniform auch, dass viele Schüler ihre Identität beibehalten wollen würden. „Sie wollen nicht auf Ihre Individualität und ihre Mode verzichten“. Man müsse immer Pro und Kontra beachten und die Mehrheit auf seiner Seite haben, klein anfangen könne man trotzdem.

Zu ihrem Privatleben sagt Frau Addicks-Fitschen, dass sie im Moment leider sehr wenig Zeit für andere Dinge hat. Wenn sie mal Zeit hat, dann tanzt sie gerne mit ihrem Mann und Freunden in einem Tanzkurs, fährt Fahrrad, geht in den Bergen wandern, kocht hobbymäßig oder in der Gruppe, am liebsten mediterrane Küche, aber sonst auch alles, liest historische Romane und Krimis oder fährt am liebsten in warme Länder in den Urlaub. Abtauchen und auf andere Gedanken kommen ist ihr sehr wichtig.

Für die Zukunft möchte Frau Addicks-Fitschen erreichen, dass die Oberstufe langfristig erhalten bleibt. Die Schule solle saniert werden, damit sich alle wohl fühlen und die Schule ein Ort wird, an dem alle gerne lernen.

„Man muss einen langen Atem haben und darf nie das große Ganze für sich alleine sehen. Man hat eine Idee oder Vision und muss sie in kleine Päckchen packen und diese dann abarbeiten“. Geduld ist bei der Umsetzung, der vorgenommen Ziele, also sehr wichtig, so sagt sie.

 

Diana M. Rüscher

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