
Man betritt an einem Dienstagnachmittag die Aula und bleibt für einen Moment stehen.
Die hohen Glasfenster lassen das Licht sanft in den Raum fallen. Die gewaltige Decke scheint den Blick nach oben zu ziehen, als wolle sie daran erinnern, wie groß Träume sein können.
Im Mittelpunkt des Raumes stehen einige Skulpturen, die sofort die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. An den Seiten des Raumes befinden sich Pinnwände, an denen die Plakate der Schüler:innen befestigt sind. Dazwischen stehen Staffeleien, auf denen die Gemälde auf einer Leinwand präsentiert werden. Außerdem hängen Stoffbeutel auf einem Ständer am Ende des Raumes. Dies wirkt fast so, als hätte sich die Aula für einen Nachmittag in ein großes Atelier verwandelt.
Zunächst wirkt die Ausstellung überraschend überschaubar. Es sind nicht unzählige Bilder und Kunstwerke zu sehen, wie man vielleicht erwartete hätte.
Gerade das macht ihren besonderen Reiz aus.
Jedes Werk bekommt seinen eigenen Raum zum Atmen. Nichts geht zwischen anderen Bildern verloren. Stattdessen wird der Blick immer wieder auf einzelne Gemälde, Skulpturen oder Plakate gelenkt. Die Werke wirken dadurch größer, bedeutender und eindrucksvoller, als ihre Anzahl vermuten lässt.
Mit jedem Bild, das man betrachtet, mit jedem Plakat, das man dann liest und mit jeder Skulptur, die man aus einer anderen anderen Perspektive entdeckt, werden die Träume der Künstler:innen sichtbar. Was zunächst schlicht erscheint, entwickelt sich zu einer Ausstellung voller Gedanken, Hoffnungen und Geschichten. Mit jedem Schritt durch die Ausstellung eröffnet sich eine neue Geschichte, ein neuer Gedanken und ein neuer Traum.
Am 2. Juni fand von 16:30 Uhr bis 18:00 Uhr die Kunstausstellung unserer Schule statt. Das übergeordnete Thema lautet „You may say I’m a dreamer“, ein Thema, das Schüler:innen auf ganz unterschiedliche Weise interpretierten und künstlerisch umsetzten.
Besonders beeindruckend waren die Werke der Q1 sowie der verschiedenen Kunstkurse. Die ausgestellten Gemälde zeigten nicht nur technisches Können, sondern vor allem Kreativität, Mut und Persönlichkeit. In vielen Bildern konnte man die Wünsche, Hoffnungen und Sehnsüchte der Künstler:innen sehen. Es fühlte sich beinahe so an, als würden ihre Träume für einen Moment sichtbar werden.
Besonders bewegt haben uns bei der Ausstellung die gestalteten Stoffbeutel mit politischen Botschaften. Auf ihnen standen Aussagen wie:
Alle Menschen sind gleich
Erfolg kennt kennt kein Geschlecht
Alle haben die gleichen Chancen
Mensch ist Mensch
Diese Botschaften erinnerten daran, dass Träume nicht von Herkunft, Geschlecht oder gesellschaftlichen Grenzen abhängig sein sollten. Sie sprachen viele Besucher:innen direkt an und machten deutlich, wie wichtig Vielfalt, Respekt und Chancengleichheit in unserer Gesellschaft sind.
Ab etwa 17 Uhr wurde die Ausstellung zusätzlich von musikalischen Beiträgen begleitet. Die Musikkurse sorgten für eine besondere Atmosphäre und füllten die Aula mit Leben. Ein Kurs präsentierte mehrere Stücke und zeigte eindrucksvoll, wie viel Ausdruck nur durch Mut und Furchtlosigkeit entstehen kann. Darüber hinaus trat die Schulband auf und begeisterte das Publikum mit ihrem Können. Ein weiterer Höhepunkt war eine Band aus der Gy25C, die sogar ein eigenes Lied komponiert und geschrieben hatte. Dies vor Publikum vorzustellen, erforderte großen Mut. Umso beeindruckender war die professionelle und gefühlvolle Darbietung.
Für viele Besucher:innen war dies ein emotionaler Moment. Menschen auf der Bühne zu sehen, die man aus dem Schulalltag kennt und zu erleben, wie sie ihre Talente mit so viel Leidenschaft präsentieren, war etwas ganz Besonderes. Die Musik klang harmonisch, das Klavierspiel war wunderschön und die Auftritte waren sicher und authentisch. Man konnte spüren, wie viel Arbeit und Herzblut in jeder einzelnen Aufführung steckte. Manche hatten sogar Tränen in den Augen. Auch unser Schulleiter, Herr Dauber, war sehr berührt, nicht aus Traurigkeit, sondern aus Bewunderung.
Bewunderung vor dem Mut vor anderen aufzutreten. Bewunderung für die Kreativität, die in den Kunstwerken sichtbar wurde. Bewunderung für die Bereitschaft, eigene Gedanken, Gefühle und Träume mit anderen zu teilen.
Genau das machte diese Ausstellung so besonders.
Sie war mehr als eine Sammlung von Kunstwerken und Musikauftritten. Sie war eine Erinnerung daran, dass Träume wichtig sind. Dass jeder Mensch Ziele hat, die manchmal unerreichbar erscheinen. Und dass man dennoch den Mut haben sollte, ihnen zu folgen.
Die Schüler:innen haben an diesem Nachmittag eindrucksvoll gezeigt, was möglich ist, wenn man an sich glaubt, Zeit investiert und nicht aufgibt. Ihre Werke und Auftritte machten deutlich, dass große Träume oft mit einem kleinen Schritt beginnen. Mit einer Idee, einem Pinselstrich, einem Musikstück oder dem Mut vor anderen aufzutreten.
Die Kunstausstellung 2026 war deshalb nicht nur eine Präsentation kreativer Arbeiten, sondern auch eine inspirierende Botschaft an alle Besucher:innen:
Glaubt an eure Träume. Gebt nicht auf. Habt den Mut, euren eigenen Weg zu gehen. Denn Träume werden nicht wahr, weil man auf sie wartet, sondern weil man den Mut hat, ihnen entgegenzugehen.


Fotos: Vanessa Queck / Text: Marie Jansen; Maya Schulz, Emily Sprung, Lee-Ann Zöhner (Gy25B)
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