von Suwaiba
Lesedauer: ca. 3 Minuten
Hikikomori ist ein japanischer Begriff für „Rückzug“, dies bedeutet, dass Menschen sich freiwillig von der Gesellschaft oder generell von der Außenwelt Monate oder Jahre lang zurückziehen. Sie meiden Kontakt zu jedem, sogar zu den Eltern und isolieren sich komplett von der Gesellschaft. Hikikomori ist vor allem in Japan ein riesiges Problem, denn rund 1,2 Millionen sind davon betroffen. Der Grund dafür sind oft Depressionen, Versagensängste oder Überforderung. Obwohl es ein großes Thema ist, wurde Hikikomori bisher nicht als psychotische Erkrankung anerkannt. Über dieses Thema hat Kevin Kuhn den Roman Hikikomori 2012 veröffentlicht. Im Folgenden werde ich eine Rezension über den Roman verfassen.
Kevin Kuhns Roman erzählt vom Erwachsenwerden und verschränkt dabei Realität und Virtualität miteinander. Der Protagonist des Romans heißt Till, er ist ein ganz normaler Teenager, er kann alle seine Träume und Wünsche ausleben. Seine Eltern fördern ihn bei allen seinen Hobbys. Als er nicht zum Abitur zugelassen wird, stellt sich seine Welt auf den Kopf, er ist nun auf sich allein gestellt und fragt sich, was aus ihm werden soll. Er beschließt, sich in seinem Zimmer einzuschließen, bis er eine Antwort auf diese Frage hat. Es vergehen Monate, er kommt nur noch raus in wichtigen Notfällen oder wenn er Essen holen will, auf Toilette, duschen oder ähnliches tun will. Er verzichtet auch auf jeden persönlichen sozialen Kontakt und schreibt nur noch mit seinen Mitspielern in seinen Videospielen. Nach einiger Zeit findet er aber auch einen Weg seiner mit Mutter zu kommunizieren, ohne mit ihr zu sprechen, so bringt sie ihm sein Essen vor die Tür, sodass er auch hierfür sein Zimmer nicht mehr verlassen muss. Till findet diese Isolation gut, er ist der Meinung, dass er damit die richtige Entscheidung trifft in seinem Zimmer zu bleiben. Seine Mutter unterstützt und fördert ihn auch hierbei und sein Vater denkt, er braucht nur noch ein wenig Zeit bis er einundzwanzig Jahre alt ist und sich selbst gefunden hat. Seine Mutter ist jetzt die einzige Person, mit der Till persönlichen Kontakt hat, obwohl er ihr nur Briefe schreibt. Für Till ist das Rauchen zu einer Uhr geworden, da er jede Stunde mindestens eine Zigarette raucht. Aus Langeweile kaufte sich Till einen Leguan, mit dem er jedoch nicht weiß, was er anfangen soll. Der Leguan entwickelt sich zu Tills Spiegelbild, was damit zu tun hat, dass sich Till sich auch manchmal wie ein Tier verhält. Till möchte seine eigene Welt erschaffen und spielt deshalb nur noch Minecraft. Am Ende kommt Till nicht mehr mit dem Druck klar, er kann sich selbst nicht finden. Aus diesem Grund stellte er sich vor ein Fenster und als seine Familie hinein kam, war er nicht mehr da. In seinem Abschiedsbrief an seine Freundin Kim schreibt er über seine Videospiele und dass er sich so fühlt, als wäre er für nichts nützlich.
Kevin Kuhn erzählt mit dem Roman eine Geschichte über junge Erwachsene, die dem Druck der Gesellschaft nicht mehr standhalten können und sich so einsperren. Das Thema hat viel mit Videospielen, Depressionen und gesellschaftlichem Druck zu tun. Diese Unterthemen haben viel mit dem heutigen Leben zu tun und sind in unserer jetzigen Zeit ein großes Thema, worüber viel geredet wird. Er vermischt beim Schreiben gekonnt die Realität und die Virtualität miteinander.
Ich bin der Meinung, dass der Roman gut die Lage des Hikikomori verfasst. Der Roman beschreibt auch Themen, die in unserer heutigen Zeit sehr wichtig sind. Die meisten jungen Personen in unserer Zeit verbringen einen Großteil ihrer Zeit an einem digitalen Gerät und Depressionen und gesellschaftlicher Druck sind auch ein großes Thema geworden. Außerdem sollte man meiner Meinung nach den Roman früh genug lesen, da es vor allem Teenager gut anspricht, da Till auch ein Teenager ist und da vielleicht ein und der andere sich in seine Lage hineinversetzen kann. Ich finde das Ende des Romans sehr unerwartet, aber nicht schockierend. Es ist ein offenes Ende, obwohl man davon ausgehen kann, dass Till gestorben ist. Offene Enden geben die Möglichkeit von Vorstellungen, weshalb ich das Ende vom Buch vor allem mag.
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